Selbstgenügsamkeit und Liebe

Es gibt Menschen, die trotz reichlicher Genügsamkeit gegenüber sich selbst, gerade weil sie für sich genug sind, wünsche haben, die unzertrennlich mit dem Selbst sind und dennoch nur im nicht-Selbst erreicht werden können. Zum Beispiel Kacken. Wenn ich kacken muss, kann ich mir noch so genug sein. Es gehört geradezu zu meinem Sein, meine Kacke in die Welt zu verteilen, was gesittet in der Modernen Welt bedeutet auf Toilette zu gehen. Ein geläufigeres Beispiel ist Essen. so manch einer hat schon probiert in Angesicht von Hunger sich selbst genug zu sein und dennoch nicht geschafft. Beides sind äußere Gegebenheiten, die ich unzertrennlich mit meiner Selbst akzeptieren muss. Desweiteren verhält es sich für mich nicht anders mit der Liebe. “Ich liebe mich” ist eine Aussage, die mich als Objekt sieht. Ich kann aber nie ein Objekt sein. Ich bin Ich und lieben ist ein Gefühl, dass ich zu etwas habe, dass nicht Ich ist. Nun kann man von Selbstliebe sprechen im Sinne von seinen eigenen Körper lieben oder seine Fähigkeiten. Das ist wiederum nicht das Ich oder besser gesagt nur bedingt das ich. Wenn man ein Bein verliert tut es dem Ich-sein keinen Abbruch. Allerdings ist das Selbst-Schema nicht mehr das gleiche. Denn das Selbst beinhaltet weit mehr als allein das Ich. Da kommt das eigene Aussehen, Wünsche, die Gedanken, die Erfahrungen, Gene und vieles mehr hinzu. Ein Zusammenspiel der ganzen Einflüsse ist das, was uns als Selbstbild oder Selbst-Schema, nur zum Teil überhaupt, bewusst ist. Wir entdecken doch erst mit Erfahrung und Zeit nach und nach uns selbst. Gleichzeitig wird dieses Selbst durch diese Einflüsse aktiv gebildet und beeinflusst durch das Andere. Also muss ich erstmal wissen wer das Selbst ist und vor allem bis wohin bin ich, was ist von Außen hinzu gekommen und wann fängt was Anderes an.
Das Ganze verhält sich Analog zu einer Umarmung.
In diesem Zwischenraum, also diese handelnde Begegnung des Etwas-in-sein-Ich-Aufnehmen (Umarmen, Umgreifen, Begreifen), d.h. dem Gegenüber, mit einem Gefühl zu begegnen als wäre es mein Ich und zu erkennen, dass es trotzdem nicht ich bin, 
das nenne ich Lieben (Verb). Das bedeutet zum Lieben gehört erstmal ein in das Ich aufnehmen des Anderen. In Lieben schwebt sowohl die Kraft der Aufnahme (Zugehörigkeit zum Selbst) als auch die Kraft des Absonderns (Akzeptanz und Erlösung/Eigenständigkeit des Anderen) als auch der Zusammenhalt im Begreifen des Aktes der Liebe als Ganzes.

Dieses Lieben ist eben ein Ankerpunkt, ein Grundbedürfnis. Nicht austauschbar aber substituierbar, nicht exklusiv, wie die Lust bei Freud, sondern als nur eines von vielen, aber eines der wichtigsten, Grundbedürfnissen. Je nach Traumata und Beziehung eines Menschen zu diesem Gefühl, kann es dazu kommen, dass man die treibende Kraft, die lieben hervorbringt in die falschen Bahnen lenkt oder eben durch bewusste Manipulation oder Anforderungen von außen kanalisiert bekommt. Das führt dann zu Phänomenen wie Unterordnung, Unterdrückung, Helfer-Syndrome, Xenophobie, Sex-Sucht und viel mehr. 

Die Liebe (Nomen), ist ein wahrhaftig Selbst-Sein können und lassen im Miteinander. Wer sich der Bedeutung des Satzes bewusst wird, wird verstehen, dass hier keine Normen und Regeln eingefügt sind und dennoch empfinde ich für mich, dass trotz aller Normen, Kompromisse, Ideale und Qualitäten, die wir im Laufe des Miteinander über uns bringen, der praktischen Dimension von Liebe, nur und gerade dieser Aspekt einer ist, der ausschlaggebend sich auswirkt.

(by Farzam Seyed Fardowsi)

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Farzam Seyed Fardowsi, 2013

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