Wenn man zum Erklären von Träumen ausholt

 10015157_10152109906423282_3788057701895536555_n
Ich habe viele Träume gehabt. Aber um sie zu verstehen, muss ich dir ein paar Sachen über mich erzählen. Wobei man auch ein kleines bisschen darüber in meinem angefangenen Roman auf meiner Seite nachlesen kann, deswegen probier ich das anders zu erzählen. Ich war schon immer ein Empath und ein Vernunftwesen. Seit ich denken kann saugte ich schon die Gefühle anderer Menschen auf und empfand sie nach, als wären es meine. Dadurch war es schwer den Unterschied zu finden. Wo hören die Gefühle anderer Menschen auf und wo fangen meine an. Dementsprechend dachte ich auch anders als die anderen Kinder. Ich habe nämlich Gefühle vor meinen Gedanken geschaltet. Zum Beispiel fühle ich Trauer und muss erstmal darüber nachdenken, ob es meine Gefühle sind oder die einer anderen Person. Eine normale Person lebt aber in einer Welt, wo Gefühle und Gedanken getrennt voneinander existieren. Ich habe dadurch, früh schon angefangen meine Gefühle zunächst zu unterdrücken. Einen großen Einfluss darauf hatte die Welt in der wir leben, oder sagen wir mal die Gesellschaft, die wir uns in dieser Welt erbaut haben und die sozusagen unserer Welt für uns ist. Heutzutage müssen wir immer stark bleiben. Gerade als Mann ist es dir nicht gegönnt Gefühle zu zeigen, lieb oder schwach zu sein. In dieser unserer erbauten Welt zwingen wir alle, dass nur die starken ihr Recht auf Leben “erkämpfen” können. Nur die starken sehen wir mittlerweile als jene an, denen man anvertraut, eine Obhut für die Kinder sein zu können. Diese verquere Sicht auf die Dinge hat sich auch in der Welt systematisch darauf entfaltet, dass Rollen verteilt wurden in die man quasi eintreten muss, damit die Prozesse des Lebens, die eigentlich frei und schöpferisch waren und durch diese Entfaltung jetzt statisch und kategorisch geworden sind, uns in unserem Leben unterstützen können.

Das ist mir das erste mal mit 6 Jahren aufgefallen und so habe ich sehr früh den Traum gehabt, die Welt zu retten. Mit 6 Jahren stellt man sich das Ganze sehr leicht vor. Ich muss zugeben, dass mir der Gedanke anders zu Denken auch sehr leicht fällt. Schließlich konnte ich halt eben sehr früh schon mich in andere Menschen hineinversetzen. Also nochmal meine Träume waren die Welt zu retten, meine Liebe zu finden und spielen, dass eigentlich eher dafür steht mit vielen Menschen zusammen eine gute Zeit zu verbringen. Ich war ein genügsames Kind und verlangte nicht nach viel. Wir waren damals noch ziemlich arm, auch wenn wir eigentlich aus einem reichem und gebildetem Hause stammen. Das hat mich nie gestört! Hatte ich keine Spielsachen, hab ich mit meinen Händen welche nachgeahmt und das hat gereicht. Vielleicht war dieser Umstand auch jener, der meinen Vater so gestört hat, dass er sich beinah zu Tode gearbeitet hat. Jedenfalls ging es uns später auch deutlich besser, meine Einstellung hatte sich aber immer noch nicht geändert. Ich war nie der Typ der viele Sachen hatte, die er verlangt und/oder sich einfach nimmt. Mir reichte es aus, während dem Einkaufen von meiner Mutter vor den Spielzeugen stehen zu lassen, damit ich von denen Träumen kann. Aber ich war nicht jemand, der Materielles je wirklich im klassischem Sinne Wert geschätzt hat. Ich habe fast alle meine Spielsachen kaputt gekriegt irgendwann. Nicht weil ich sie nicht Wert geschätzt hab, sondern weil ich sie so geliebt habe, dass ich sie überall mitgenommen habe und einfach der Grad der Benutzung quasi zu hoch war. Aber wiederum waren sie eben auch nicht andere Personen. Das Heiligtum der anderen Person war für mich unantastbar und mit äußerstem Respekt zu begegnen. Das wiederum galt für mich nicht nur für Menschen. Als Kind hab ich mit Gott und den Engeln (Natürlich! und auch sehr ausführlich 😉 ), mit dem Wind geredet, mit Tieren, mit Pflanzen, mit Feuer und mit allem wo ich das Gefühl bekommen habe, dass da mehr ist als nur eine Materie. Ziemlich genau als die Schule anfing, hab ich aber mehr und mehr Gewicht auferlegt bekommen, von den Personen die mir liebt sind selbst, dass man in dieser sogenannten unseren Welt darauf achten muss, was für Klamotten man anzieht, was für Noten man hat, aus welchen Kreisen man Freunde findet, woher man kommt, was man materiell in der Welt erreichen will und und und…

Ich war nach und nach müder. Ich erkrankte immer wieder. Ich hab es probiert… nicht wegen den Dingen, von denen sie mir erzählt haben, sondern wegen den Personen selbst, die mir heilig und lieb waren. Ich fing an zu glauben, dass wir endlich zusammen eine gute Zeit erleben, wenn ich mich verändert habe, wenn ich erreicht habe, was sie für mich wollten. Doch fiel mir irgendwann auf, dass sie selbst nicht glücklich damit sind! Ich war verwirrt! Ich konnte einfach nicht verstehen, warum sie sich so eine Last auf ihre Schultern packen, welche Schuld in ihnen steckt, dass diese materielle Welt mit ihren Rollen und ihrer Vergänglichkeit es Wert war selber zu leiden und nicht nur andere dadurch leiden zu lassen, sondern dass sie jene, die ihnen lieb waren und sie schützen wollen auch noch dazu bringen wollen so zu sein.
Eines der ausschlaggebenden Gründe für diese Erkenntnis waren meine damaligen zwei Beziehungen. Ja…in dieser Zeit hab ich mich verliebt, das erste Mal. Doch wir beide waren jung und besonders sie und meine Liebe kannte noch keine Schmerzen, keine Trauer, keine Risse und kein Ausnutzen. Sie hingegen hatte selber viel Schmerzen und Leid durchgemacht und konnte oder besser wollte sich einfach nicht vorstellen, dass es so jemanden gibt. Sie betrog mich und nicht nur einmal, mehrfach. Als ich das herausgefunden habe war es schon ein Jahr zu spät. Dazu kam, dass sie auch noch schwanger war. Ich bin ein Scheidungskind und diese Situation und letztendlich die Abtreibung, die wir im Gespräch mit unseren Eltern beschlossen haben weil wir noch sehr jung waren, hat mich völlig aus dem Konzept gebracht. Eine Abtreibung und eine Beziehung, die durchweg ein einziges Betrügen war und das alles mit 18. Eine Welt brach für mich zusammen, denn bisher war es so, dass ich dachte das große Problem der Welt seien die Männer. Ich wuchs selber eher mit meiner Mutter und meiner Schwester auf und dadurch war für mich alles Leid, alle Gewalt und jedes Betrügen etwas, was nur Männer imstande waren. Ich kannte es einfach nicht anders! So hab ich ihr jahrelang nicht verzeihen können und hab erst nach Jahren sie wieder getroffen und ihr verziehen und einen Abschluss damit gemacht. Meine zweite Beziehung war dafür der Grund. Völlig zerstört war ich eigentlich nur noch ein Roboter.
Ich hab nur noch befolgt, was alle von mir wollten und hab mich mit Trinken und Kiffen betäubt.
Meine zweite Beziehung war zunächst meine Rettung. Ich war am arbeiten als ich sie kennengelernt habe. Sie war eine Kommilitonin meiner Chefin (damals hab ich in einem Modeladen gearbeitet). Ich redete immer mit ihr wenn meine Chefin zu Besuch war um nach uns zu schauen. Es war für mich Liebe auf den ersten Blick! Bisher hab ich nicht einmal mehr dieses Gefühl gehabt, wie damals als ich SIE kennengelernt habe. Sie war allerdings verlobt und ihr Verlobter war Bundeswehr Soldat und in Kosovo stationiert. Als ich mit ihr unterwegs war, um mit ihr ihre Eheringe auszusuchen geschah es. Ich weiß noch genau was sie gesagt hat: “Ich steh hier vor diesen Ringen und eigentlich bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob ich ihn heiraten möchte!” Am selben Abend noch kamen wir zusammen. Ich nenne es zusammen, aber eigentlich war es eine Affäre. Ich war am leiden, denn endlich habe ich meine große Liebe gefunden, aber sie ist verlobt. Ich habe sie darum gebeten, dass sie Schluss macht, aber das wollte sie aus Angst nicht, dass er sich was antun würde im Krisengebiet. Und so lebte ich schon fast mit ihr, außer die eine Stunde am Tag, in der sie mit ihm telefoniert hat, die mir immer mehr ins Gesicht gerieben hat, dass ich genau die Person geworden bin, die in meiner letzten Beziehung mein Glück geraubt hat. Ich wollte so nicht weiterleben. Als er wegen Urlaub zurückkam und sie einen Monat bei ihm war, hab ich gesagt, dass sie sich entscheiden muss.
Sie hat sich nicht entschieden!
Ich hab sie verlassen!
Leider erst nachdem ich zwei Wochen meine Wut damit überwunden habe, mit jeder Frau im Urlaub was zu haben, die mir in den Weg kam.
Darauf bin ich nicht stolz. Das hat mir den Rest gegeben. Jetzt war ich selber auch einer von denen, die ich verurteilt hatte und verachtete. Ich fing noch mehr an alles zu machen, was man von mir wollte, was alle meinten zu wissen, wie es mir besser gehen würde, wie ich endlich glücklich sein würde und zu dem komme, was ich will.
Ich betäubte mich noch mehr mit Trinken und Drogen und feiern. bis ich es satt hatte, dass die Welt ihr Problem in sich trägt und keiner es versteht, dass aber das Glück auch hier ist. Ich entschied, dass wir nur uns retten können, wenn wir uns gegenseitig verzeihen können. Denn die Bedingungen sind es, die uns in diese Situationen geführt haben und wir müssen die sein, die die Bedingungen der Situation aus uns selbst heraus aufheben, damit wir an dessen Stelle wieder Liebe setzen können. Dafür mussten wir erstmal lernen zu Vergeben und das kann man nur wenn man erstmal versteht, warum man verzeihen soll. Sozusagen verstehen, was das System ist und dass das System erneuert werden muss, indem man die Schuld durch Vergebung aufhebt.
Ich fing an zu kämpfen durch Reden, durch Schreiben, Malen, Mathematik, durch Zeichen setzen und dadurch dass ich versucht habe unter ihnen so zu sein wie ich bin. Doch dadurch entstand eine weitere Problematik. Jetzt war ich das Problem. Eine Mischung aus Angst, Sorge und Unverständnis, die daraus entstand, dass sie es einfach selbst nie anders kannten, hat dazu geführt, dass nach und nach die Situation zu einem Desaster wurde. Sie verurteilten mich nicht mehr bei Sinnen zu sein und ich kämpfte mit aller Macht darum, dass es doch anders gehen kann. Immer mehr traf ich auf Widerstand und je mehr Widerstand bekam umso mehr verlor ich Hoffnung. Nach und nach trank ich dadurch mehr, nahm noch mehr Drogen und fing an als Zeichen der Aufgabe wieder das zu befolgen, was andere von mir wollten, nur diesmal wortwörtlich. Ich nahm mir vor nichts mehr zu tun, was ein Anderer mir gesagt hat. Nun… in Verbindung mit Drogen und Alkohol und solchen gegen den Strom laufenden Ansichten ist so ein Zeichen nun mal mit Recht auch falsch zu verstehen und es kam zum Höhepunkt kurze Zeit nach Karneval, dass meine Lieben mich auch tatsächlich einweisen wollten. Als ich das erfuhr war ich rasend. Drei sehr liebe Freunde von mir haben mich davor bewahrt. Sie haben mich durch eine Nacht und Nebel Aktion aus der Situation manövriert und die ganze Nacht lang mit mir geredet. In der Unterhaltung kam raus, dass das Ganze ein riesen Missverständnis war und ich hab dann lange darüber nachgedacht. Ich schottete mich ab und jene, die mir lieb waren dachten immer mehr, dass es mir nicht gut ging. Das stimmt ja auch bis zu einem gewissen Grad, weil ich tief traurig darüber war und mich einsam gefühlt habe. Welch eine Kraft aufgefahren wurde und alles nur, damit dieser Zustand aufrecht erhalten bleiben kann. Das war traurig und noch verwirrender für mich. Ich beschloss alle Altlasten loszuwerden und neu anzufangen. Ich verbrannte alle meine Texte, Bilder und Malereien, löschte alles, was im Internet stand, hörte auf zu rauchen und zu feiern und hab angefangen zu studieren. Ich wollte zeigen, dass das was ich gesagt habe nicht eine Phase von mir ist und auch ohne Texte, Drogen und all den Zuständen in denen ich war ich diese Sachen immer und immer wieder sagen werde, da das die Wahrheit ist.
Mein Haus hab ich komplett zerstört (also die Einrichtung 😉 ) und mit Hilfe von meinem Vater, meiner Mutter und jener, die mir lieb waren wieder renoviert.
Ich fand heraus, dass meine Gedanken einen Raum haben und das ist die Philosophie und durch das Studium der Psychologie hab ich gelernt, dass man manchmal indirekt mehr Zugang zu anderen findet als geradeheraus zu kritisieren, was jemand gerade falsch macht. Eine sehr lange Zeit hab ich nichts mehr geschrieben. Meine Träume sind ein Schatten ihrer selbst geworden, denn mittlerweile bin ich alt. Meine Hoffnung aber bleibt, denn diese ist die Triebfeder meiner Liebe. Ich glaube an das Gute, die Liebe, die Wahrheit, an mich, an alle Personen und Vernunftwesen und an das Ganze und ich glaube dass der Ursprung oder besser der Grund des Ganzen aus einem Einem kommt, das zwei Seiten hat, die sich lieben und dadurch eins sind. Sie müssen nur wieder daran erinnert werden, wir müssen daran erinnert werden und deswegen hab ich wieder die Kraft gefunden zu Schreiben und arbeite Tag für Tag daran meine Ängste, in Bezug zum Schreiben und in Bezug zum wieder Träumen zu überwinden. Ich hoffe auf alle Kraft dieser Welt, dass wir endlich an einem Punkt kommen, wo die Einfachheit des Lebens im miteinander-sein nicht mehr als eine Idee belächelt wird, sondern als ein Prinzip gesehen wird, dass wir leider durch bestimmte Erfahrungen und Schwierigkeiten nur vergessen haben. Sozusagen haben wir es als Schatz zum Schutz vergraben und müssen nur ein bisschen im Ur-Laub wühlen und auf Schatzsuche gehen, um es wieder aus zu graben. Dafür werde ich ab jetzt einfach sein wie ich bin und alles in meiner Macht stehende dafür tun, dass diejenigen, die auf mich treffen dadurch Raum bekommen zu sehen wie sie sind, ob sie so sind wie sie sind und wenn nicht zumindest die Möglichkeit finden sich vielleicht zu finden. Mehr kann ich nicht tun, aber das ist ja auch nicht gerade wenig. 😉

 

Advertisements

14 thoughts on “Wenn man zum Erklären von Träumen ausholt

  1. aus Kindern, die mit dem Wind, denTieren, Pflanzen und mit Feuer reden können, werden ganz besondere erwachsene Menschen, die gern so bleiben sollen, wie sie sind – und was sie sich vornehmen zu tun, ist tatsächlich nicht wenig!

  2. Als du dich als Kind beschrieben hast, war ich innerlich ganz ruhig und aufgeregt zugleich. Es hätte ich sein können, die kleine Sherry, die ich so selten gut behandelt habe. Ich danke dir so sehr für diesen Text. Er ist so ohne Vorwurf, so ganz anders als meiner. Ich stecke noch drin in dieser Wut; und ich glaube, mir fehlt die Möglichkeit, zu reden, ohne das Gefühl, zu langweilen. Ich frage mich, wo meine Malsachen geblieben sind, wo mein Klavier, wo die Melodien, von denen ich nachts träumte und die ich tagsüber dann zu einem kleinen Lied komponierte. Wo zum Teufel bin ich. Glaubst du, dass du dich jetzt ein wenig gefunden hast?

    Trotz alle dem glaube ich wie du an die Wahrheit, an die Liebe, an das Eine …

    • Mit dem Kind, das ging mir ebenfalls so. Es war schön, hier von sich selbst zu lesen, ohne es selbst zu sein. Ja, ich fühlte mich unheimlich wohl beim Lesen eben, als wär ich am richtigen Platz und gut aufgehoben.

      • Ich bedanke mich ganz herzlichst dafür. Ja das war ein Gedanke, den ich lange schon formulieren wollte, weil der mir im Herzen lag und ich hab das erst neulich, mithilfe einer lieben Freundin in Korrespondenz, in einem Brief dann quasi raus gelassen und hab dann entschieden, dazu zu stehen und es zu posten.
        Danke für dein Kommentar lieber Ben

      • Na da sollten wir der Freundin aber mächtig danken, denn gerade solche Diskussionen sind es ja, die uns Erkenntnisse bescheren und uns weiterführen.

    • Ich weiß und ich spüre auch ganz deutlich diesen Kampf, der zwischen den Zeilen in deinen Texten geführt wird. Das ist auch ein gutes Zeichen, also natürlich nicht der Kampf selber, aber dadurch bemerkt man, dass die kleine Sherry immer noch da ist. Ich habe selber Jahre lang (und auch heute noch manchmal) diesen ewigen Kampf, diese Verzweiflung und Diskrepanz durchgemacht und es ist kein Moment, wodurch ich sie überwunden habe sondern ein Prozess in dem ich diese beiden Seiten in mir belassen hab, von dem Kampf abgelassen habe und gelassen erst die Möglichkeit hatte mich wieder zu spüren und zu bemerken wieso ich so geworden bin und wie ich wieder ich sein kann! Ich habe heute einen sehr guten Freund getroffen, den ich länger nicht gesehen hatte und er sagte, dass ich viel klarer Sachen erkläre als früher und mit Geschichten/Mythen/Parabeln von anderen Seiten angehe, wenn ich bemerke, dass jemand mir nicht folgen kann. Ich musste lange darüber nachdenken heute Abend und dann dacht ich an diesen Text und dachte: “krass früher hab ich noch weniger das hinbekommen, als zu dem Zeitpunkt von dem er spricht, womit er denn Vergleich überhaupt gezogen hat.” Er sagt mir ich wäre noch klarer als zu einem Zeitpunkt, als ich mir sicher war schon klar zu sein. Sicherlich geht es sogar zu steigern. Was ich meine ist, dass durch diese Ganze Erfahrung und besonders durch die Entscheidung zu mir selbst das erst möglich war. Und dazu gehörte auch erstmal Abstand zu mir selbst (alle Texte verbrennen usw – Ablassen). Denn nur so hab ich gelernt die Situation neu anzugehen, neue Wege zu finden mit Anderen wirksam zu kommunizieren. Und das ist auch kein leichter Weg und auch heute noch nicht abgeschlossen, aber ich kann deine Frage zumindest viel freier und ehrlicher mit Ja beantworten Ich bin deutlich mehr ich selbst, auch wenn ich aus der Sicht der Welt wie ein gescheitertes Experiment wirke, weil ich nicht mehr will als einfach zu lieben und mich dem Wettbewerb soweit wie möglich versuche zu entziehen.

  3. Dein Text berührt mich sehr! Du bist hochsensibel und das kippt oft im Leben hin und her, wenn man das nicht weiß – oder?!
    Ich bekomme es nicht hin, die gefühle der anderen zu empfinden, so wische ich mir die Tränen nach dem lesen deines Textes fort.
    Wenn du diese Höhen und Tiefen durchgemacht hast, zerstört und wieder aufgebaut hast, dann kann es doch jetzt gut für dich weitergehen. So bewusst, hast du andern gewiss viel zu geben!
    Dies wünschte ich mir sehr für uns Menschen und habe es kürzlich gepostet:
    Es könnte viel friedlicher zugehen
    Wenn wir unserem Gegenüber
    Unabhängig von Geschlecht oder Status
    Das herausragend Positive
    An ihm sagen könnten
    Ganz so wie wir es empfinden

    ..grüßt dich Monika

    • Vielen dank für deinen wunderschönen Kommentar und die berührenden Worte. Und ja, ich fühle mich im Moment so gut wie nie zuvor und erlebe auch immer mehr Menschen, die wie Gold aus ihr ihrem inneren Scheinen. Ich habe zwar noch einen langen Weg zu gehen, aber es freut mich sehr und tut mir gut, ich selbst sein zu können und zu sehen, dass viele das spüren und so auch entspannter und ehrlicher in meiner Gegenwart sind. Deine Worte sind so wahr und es würde so viel ändern, wenn mehr Menschen sich diese Worte zu Herzen nehmen würden und das auch tun. Danke nochmal und einen schönen Samstag Nachmittag dir noch.
      Liebe Grüße
      Farzam

  4. Pingback: Väter und ihre Kinder, die sie immer lieben werden! | Chojin Bain – Wondering thoughts of a Dreamer

  5. Puh… mal wieder so ein Moment, da klickst du ungeahnt mal eine Seite an und wirst tiefer ins Sofa gedrückt, emotional festgehalten und begannt. Das Richtigmachen für andere, der fehlende Knopf am Kopf, das extreme Fühlen von Emotionen, die Wahrheit die vielleicht keine ist. Ich kenn soviel davon und doch so wenig. Auch als co abhängige (quasi an der Seite eines solchen Menschens, wenn auch mit Unterschieden)
    Ich glaub ich bin jetzt mal den Abend damit noch beschäftigt.
    Freu mich sehr zu lesen, das der Weg dazu sein scheint für dich, was das wichtigste ist. Mit vorstelligen Grüßen, Mia

    • Oh das freut mich jetzt sehr!
      Ich kenne diese Momente nur allzu gut!
      Und jeder von uns ist doch irgendwo auch co abhängig oder?
      Sehr schön dich kennen zu lernen! Und danke für deinen lieben Kommentar.
      Grüße
      Farzam

  6. Lieber Farzam,

    das liest sich wie ein Lebensabschnittsbekenntnis, eine erinnernde Rückschau, wie ein Punkt, von dem aus Du neu startest, bzw. gestartet bist. Mutig, ehrlich, offen.

    Ich denke, in dem Maße, wie es gelingt, sich selbst zu verstehen, kann es auch gelingen, andere zu verstehen, in ihrem Sein und Handeln oder nicht-Handeln. Weitere Gedanken gerade wegen akuter Verknotung gerade nicht möglich. 🙂

    Jedenfalls: Du hast einen beachtlichen Weg zurück gelegt und schon viele Erkenntnisse gesammelt – das ist nicht wenig.

    Es ist ein Geschenk, viel fühlen zu können, finde ich, – so entstehen u.a. nicht nur viele wundervolle Texte, sondern auch Musik und Kunst, – ja, ich denke, dass ist eine der wesentlichen Grundlagen (aber nicht die einzige) des kreativen Schaffens -, aber ich weiß, dass es manchmal schwer ist, auf andere zu treffen, bei denen es nicht so ist oder anders ist. Auch in Beziehungen und Bindungen generell, weil die Menschen so viele unterschiedliche Bedürfnisse und Eigenheiten haben.

    Fühl Dich mal feste umarmt, wenn Du magst.

    Herzliche Grüße von nebenan,
    die Beobachterin

    • Vielen dank liebe Beobachterin. 🙂
      Es ist tatsächlich ein Neuanfang allerdings auf prozessualer Ebene statt abrupt. Ich habe auch viele Momente, die mich immer wieder in die Verzweiflung treiben und ich mir manchmal ein Leben in der geheimen Brüderschaft wie bei Paolo Coelhos “Veronika beschließt zu sterben” wünsche. Kennst du das Buch? Eines seiner früheren Werke und eines der wenigen, die ich von ihm mag.
      Aber noch bin ich so einer tiefen Verzweiflung zum Glück verschont geblieben. 😉
      Fühl dich auch fest umarmt und klar immer her mit den Umarmungen, davon kann ich nie genug kriegen!

      Liebe Grüße
      Farzam

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s