Blicksprache

Wo sind sie hin
deine Augen?

Das Glitzern und das Lachen,
die sich einst darin
so heimisch machten.

 

Wer gab dir das
das Matt was du jetzt trägst?

Dein Blick der immer tiefer
sich dem Boden neigt,

versteckt und sich vergräbt.

 

War ich am schlafen
oder du zu wach?

Was ist passiert?
Warum glaube ich dir nicht mehr

wenn du lachst?

 

Wann wurd’ ich taub?

Wieviele Tränen fielen
unerhört zu Grund?

Gabst du mich auf?

 

So bitte sprich!
Denn die Sprache deiner Augen
reißt mich entzwei,
entblößt dir meine Ängste
und öffnet dir mein Herz.

Ich will das nicht!

Ich ertrag’ nicht deinen Schmerz.
So bitte sprich!

 

 

Copyright by Farzam Mikail Fardowsi

 

 

Augenblicke

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Wir saßen rührend, berührend nebeneinander!
Kein Still-Sein in unseren Bewegungen,
keinen Moment den ich nicht für einen Augenblick opfern würde.
Einen Augenblick mit dir!

Für mich….das Flehen, Erlösung…
Für dich…Scham, die Lösung…

Und so vergingen die Momente,
die Möglichkeiten
und wir wurden älter.
Begriffen nicht, dass wir
nur einen Augenblick vor einem Kuss,
schon längst gestorben sind.

Dass dieser Tod nicht seinen Zweck erfüllt hat..
Dass das Sterben auch hätte ein Leben für uns sein können.

Stattdessen

Ein Leben im Flehen, Ich!
Ein Leben in Scham, Du!

Die Angst, der Erlösung vorgezogen.

Vor dem Augenblick erblindet.
Gestorben im Moment.

Bild dankend von hier

Schlafe Liebe

Bild

Und da sah ich mich
In diesen fernen,
tief.
So klar wie nie zuvor
lag ich da
und schlief.

Warum nur wachen
wenn die stille gar
so rein.
Keine Bedrängen!
Es reicht mir hier
zu sein.

Doch liebste Abschied ruft.
Warm noch unser
Nest.
Werd’ mich in dir verlieren,
wenn du mich
gehen lässt.

Schicksals tiefe Narben
bleiben noch
bei mir.
ist die Erinnerung so Süß
in deinen Augen,
schlafend,
hier.

© Farzam Seyed Mikail Fardowsi

 

 

Bild von hier

Prolog und Erste Hälfte des ersten Kapitels

Prolog

Als ein Engel mir auf den Kopf pisste dachte ich: Erst wenn man alles verloren hat, hat man die Freiheit Dinge so zu nehmen, dass man keinen Anspruch darauf setzt.

Kein Vertrag…. immer wieder ging mir das durch den Kopf.

Ich hätte darauf bestehen sollen. Doch zu diesem Zeitpunkt als ich das verstanden habe, war es auch schon 29 Jahre zu spät.

Schatten der Vergangenheit an einem sonnigen Tag

Es ist ein Sommertag, schwül und stickig. Die einzige Hoffnung darauf, dass diese Hitze in irgendeiner Weise erträglich wird, war eine einzige Wolke am Horizont. Seit Monaten beschwerte man sich, dass es so kalt war und man sehnte sich danach die Sonne genießen zu können. Die meisten Frauen hatten schon ihre Sommerkollektionen zurecht gekauft und warteten nur noch auf den Moment diese an sich zu präsentieren. Jetzt ist aber nicht eine einzige dieser Kollektionen in den Straßen zu sehen. Wahrscheinlich hat man genau die neuen Klamotten vom Körper gerissen und in einem See oder einem Freibad zuflucht gesucht. Die ersten Schweißperlen an mir versickerten schon seit einer ganzen Weile im Boden. Wahrscheinlich sind sie schon wieder auf dem Weg ein ganzes mit dem Himmel zu werden, um irgendwo auf der Welt als Regen auf die glücklichen herunterzuprasseln, die es nicht mal zu schätzen wissen würden. Zumindest stell ich mir das in diesem Augenblick vor. Ich hab es eilig, weil ich nichts vor hab. Ein unwiderstehlicher Drang erwacht in mir, etwas zu tun. Es musste doch etwas geben, was man machen kann. Irgendwas, dass die Zeit nicht so endlos erscheinen lassen würde. Ich erinnere mich gestern, wo ich gerade meinen Freunden erzählt hatte wie schnell die Zeit rast in meinem Alter. Warum ist es nicht jetzt so? Warum muss ich auch meine Schnauze wieder so aufreißen. Wo sind die Farben? Die unwiderstehlichen Sommerkleider, die das warten auf neue Hoffnungen mir erträglicher machen. In der prallen Sonne ist alles getaucht in ein blendendes Gelb. Keine kontraste dazu. Keine roten oder blauen Inseln für meinen Blick, die mir die Weißblindheit von den Augen wischen. Der Wind stoppt und ich bemerke die Hitzewelle schlagartig. So das reicht! Ich brauche zumindent was zu trinken. Ich steh auf und gehe schlapp und unmotiviert in Richtung des nächsten Kiosks. Der Kühle Wind des Ventilators im Kiosk fühlt sich an, wie der Hauch einer Gottheit, die in mein Ohr flüstert. Ich hole mir ein Bier setze mich direkt vor der Tür an den Straßenrand. Kopf in den Nacken und ab mit der Erfrischung. Ich setze das Bier nicht ab, trinke die Kühlheit mit einem Atemzug bis ich nicht aufhöre zu trinken, weil ich genug hab, sondern weil es mir an Luft mangelt. Nachdem ich wieder absetze kribbelt es noch ein wenig zwischen Augen, Ohren und Gehirn. Das ist das Gefühl was ich gesucht habe. Das ist der Moment der Genugtuung, indem ich nicht denke, nicht handle sondern nur noch fühle.

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Ich kenne

Ich schweige aus Angst
Denn ich erwische mich
dem nachzugehen was in mir tanzt,
tobt und drängt!
Denn ich kenn das nicht

Ich erdolche mein Herz
Drum dass es niemand anders macht
Denn kaum ein Blick,
ein Kuss erhascht.
Erwische ich es, wie es lacht!

Ich ertränke meine Augen in fremden Körpern
und der Vorstellung
niemals ohne Durst zu sein.
Damit ich sie nicht wieder in Tränen ertränke.

“Ich liebe nicht!”
Lass ich meine Zunge sagen.
Damit sie lügt,
Jedoch mein Ohr ihr glauben schenkt!
Denn der größte aller Feinde
bin ich selbst
mit meinem Wimmern vor der Einsamkeit
aus dem nichts und niemand
mich rauslenkt

Ich erwürge meine Stimme
Denn sie will bejahn
und ich kenne seinen Schmerz
ich kenne…