Stolzer Kater

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Diese Story ist Biofiktion! Also nicht wundern, dass sie hier und da mal schöner malt, was damals gewesen ist

Als ich 21 Jahre geworden war, haben meine Freunde mir zum Geburtstag einen jungen Kater geschenkt. Dieser war Grau mit Tigerstreifen, hatte Hell-Grüne Augen, hieß Grobi und war auch schon in seinem jungen Alter ziemlich eitel. Er stolzierte immer mit nach innen gehaltenen Pfoten umher und hatte auch so eine sehr liebevolle und prägnante Art an sich. Wenn er sich besonders einschleimen wollte, kam er immer behutsam, anmutig, schaute voller zerbrechlichkeit einen an und miaute, indem er das “i” in Miau verschluckte und einen kleinen Schmatzer davor schaltete. Es hörte sich wie ein Klicken an: klick mau. Man instruierte mich, dass ich die ersten paar Wochen darauf achten musste, ihn nicht aus dem Haus zu lassen, da er sich an sein neues Zuhause als Zuhause gewöhnen sollte und erst danach raus gelassen werden sollte. Nun war es aber so, dass ich zu dieser Zeit mir eine Putzfrau geleistet hatte. Allerdings hab ich nicht daran gedacht, dass sie am nächsten morgen kommen würde. Als sie klingelte, war ich noch im halbschlaf. Ich ging zur Tür, so wie jeden morgen, und wärend ich mich gähnend am Kopf kratzte, machte ich die Tür auf. Die Putzfrau rauschte an mir vorbei und fing auch schon mit dem putzen an, noch bevor ich dazu kam ihr von meinem neuen Mitbewohner und seiner besonderen Wohnsituation zu erzählen. Ehrlich gesagt hab ich selbst nur darüber nachgedacht, dass da doch was war, was ich unbedingt klar machen sollte. Als im nächsten Augenblick ein Schatten in meinem Augwinkel vorbei huschte. Die Putzfrau schrie auf, die Arme zur Luft werfend. Ich frag mich, was zum Henker gerade hier passiert ist und schon erwischt mich die Antwort, wie das Gefühl, wenn ein Flugzeug in Torbulenzen gerät und etwas im Bauch sich anfühlt wie ein Wasserfall. Der Kater ist rausgelaufen. Ich lief ihm hinterher und fand keine Spur. Sofort rief ich alle Freunde an und wir starteten eine Großsuchaktion quer durch die nachbarischen Gärten. Nach 2 Stunden gaben nach und nach immer mehr der besagten Freunde auf. Die Putzfrau war auch schon fertig mit ihrer Arbeit und verabschiedete sich, um sich auf den Weg nachhause zu machen. Wir saßen alle, geknickt, auf der Fensterbank, auf Tischen, Stühlen. Wie ein Rudel Jaguare, die sich im Schatten eines Baumes auf die verschieden geformten Äste breit gemacht haben. Genau das…nur minus dem wohligen erholendem Gefühl von ausruhen und plus einer tiefgreifenden depressiven Stimmung. Als die ersten Dikussionen ausbrachen, weswegen ich jetzt so unverantwortungsvoll war und den Kater entwischen lies, eskalierten alle auf einmal. Gefühlte Fünf Sekunden dachte ich, dass die Lautstärke höhen erreicht, die ins unendliche gehen. Im nächsten Augenblick stolzierte Grobi, ohne eine Wimper zu zucken, mit nach innen gehaltenen Pfoten, genau zwischen die, wie aufgebrachte Schimpansen, brühlende Menge und dem sich einstellenden Schweigen entgegnete er mit einem: Klick mau

Mr, Lemoustache

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Farzam Seyed Fardowsi, 2013

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